Lost At Sea

von Bryan O’Malley
168 Seiten · Taschenbuch· s/w
ISBN: 978-3-936686-69-2
14,90 Euro [D]



(noch nicht bewertet)
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ISBN: 978-3-936686-69-2
14,90 Euro [D]




(noch nicht bewertet)
Raleigh hat keine Seele.
Eine Katze hat sie gestohlen.
Das erzählt sie zumindest den Leuten. Das heißt, das würde sie den Leuten erzählen, wenn sie mit den Leuten reden würde. Warum ist alles so schrecklich? Warum ist mit anderen auszukommen so kompliziert? Und warum ist sie in einem Auto mit drei Klassenkameraden auf einer Reise quer durchs Land? Was macht sie hier? Sie kennt sie nicht einmal!
Raleigh ist achtzehn und hat keine Ahnung, was sie macht. Wer auch mal achtzehn war oder verwirrt oder beides, sollte dieses Buch vielleicht lesen.
O’Malleys Zeichnungen sind einfach schön. Und sein Werk fängt die Unbeholfenheit, Isolation und Ziellosigkeit des Erwachsenwerdens ein.
- Craig Thompson, Blankets




Ich bin auf dieses Buch gestoßen, da die “Scott Pilgrim” Reihe vom gleichen Autor mir sehr gefallen hat.
Auch wenn hier verglichen zur Nachfolgereihe ein weitaus ruhigerer und introvertierterer Erzählfluss besteht, sieht man doch die Themen der Selbsterkenntnis und der Selbstentwicklung durch, mit und schließlich auch ohne Liebe, die den Autor so ausmachen.
Doch wo Scott Pilgrim von Interaktion und Kommunikation lebt, ist ein großer Teil von Lost at Sea der kompletten Introvertiertheit des Hauptcharakters gewidmet. Sie sinniert, sie grübelt und sie denkt all die Gedanken, die wir gerade in diesem Alter denken, wenn auch jeder für sich auf eine komplett andere Weise. Trotzdem las ich ab und zu Gedanken, die so auch meinem Kopf hätten entspringen können.
Diese Introvertiertheit steht allerdings auch der Geschichte im Weg; Nie wird geklärt, was Raleigh’s Seele wirklich passiert ist, ob der Tausch ihrer Seele gegen die Karriere der Mutter lediglich die Aufmerksamkeit der Mutter oder doch schlimmeres sein soll (ich dachte, aus welchem Grund auch immer, daran, dass Raleigh von ihrer Mutter sprichwörtlich an einen Mann verkauft wurde und dieses Erlebnis verdrängte; so dramatisch wird es aber nicht sein). Generell steht die Geschichte an einem Punkt, es gibt keine richtige Entwicklung und das Ende lässt einen um mehr bitten.
Trotz alledem ist “Lost at Sea” ein wunderbares Buch, ruhig und nachdenklich, aber trotzdem aufgewühlt und schön. Schön sind auch die Illustrationen und der saubere Schwarz-weiße Stil (der mir hier sogar besser gefallen hat als in der Scott Pilgrim Reihe).
Aber irgendwo will man mehr von den Charakteren, von der Geschichte und von den Gedanken, die Raleigh so denkt…